#63-Die Erwartungsfalle – warum meistens passiert was wir erwarten

Wir haben uns schon des öfteren mit dem Automat Mensch befasst. Was die Reaktion auf die Welt betrifft, so sieht diese in etwa so aus.

Erwartungsfalle

Alle Signale kommen über Sensoren in das Modell von Welt. (Blau) Hier sind alle unsere Lebenserfahrungen abgespeichert im unendlichen Netz neuronaler Verknüpfungen. Die erste Abfrage die dort gemacht wird ist die Frage nach Bekannt oder Unbekannt.

Darüber haben wir schon einmal gesprochen. Findet sich in den weiten unseres Neuronen Netzwerkes ein ähnliches Muster, so ist das was passiert bekannt. Diese Prüfung findet unbewusst und ständig statt. Es führt zu folgenden Reaktionen.

1. Was passiert ist bekannt

In diesem Fall gibt es im Modell von Welt eine Erwartung. Unser Modell von Welt erwartet, dass sich der Ablauf so wiederholt, wie er sich schon einmal abgespielt hat. Die Reaktionen sind deshalb auch genau die, wie sie bereits früher waren. Was wir erkennen wird so behandelt wie es schon immer behandelt wurde.

Ein bekanntes Muster führt zu einer bekannten Reaktion. Und da Dinge die immer wieder passieren sich „einbrennen“ wird die Reaktion immer berechenbarer. Hierzu muss die aktuelle Situation nicht zu 100% der alten Erfahrung entsprechen selbst bei teilweiser Ähnlichkeit antwortet unser Modell von Welt mit einer Erwartungshaltung.

Wir Menschen befinden uns in der sogenannten „Erwartungsfalle“. Da wir mit zunehmendem Alter immer mehr bekannte Situationen in unserem Modell von Welt abgespeichert haben, gibt es immer mehr bekannte Situationen mit bekannten Reaktionen. Damit können wir Situationen mit einem Automatismus behandeln und brauchen darüber nicht nachzudenken.

Da dies bei allen unseren Mitmenschen genau die gleiche Reaktion ist, werden immer mehr Automatismen in unseren Beziehungen wirksam. Wir befinden uns in der Erwartungsfalle. Da ich mit einer bestimmten Reaktion auf ein bekanntes Ereignis reagiere, nimmt mein gegenüber meine Reaktion war, die meinem Gegenüber im Laufe der Zeit ebenfalls bekannt ist. Die Folge davon: Auch mein Gegenüber reagiert mit einer Erwartung und versucht diese zu erfüllen.

Es findet nichts neues mehr statt, weil wir alles schon kennen und automatisch immer die bekannten Abläufe wiederholen. Nicht nur alleine sondern auch in unserer Gruppe.

 2. Was passiert ist unbekannt

Ist die aktuelle Situation unbekannt, gibt es im allgemeinen nur 2 Reaktionen darauf. Freude oder Angst. Was bei den Personen überwiegt hängt von ihrem Modell von Welt und damit von ihrem bisherigen Leben ab. Es gibt ängstliche Menschen und freudige Menschen.

Hierbei ist Angst 4 mal häufiger die Reaktion als Freude. Wir Menschen neigen dazu ängstlich zu sein. Dies hängt damit zusammen, dass die ängstlichen Menschen eher die Flucht ergriffen haben als die freudigen Menschen. Diese freudigen Menschen wurden früher von den wilden Tieren gefressen während die anderen überlebt haben.

Auch diese Reaktionen von Freude und Angst sind vorherbestimmt. Da übernehmen Gefühle und alte Verhaltensmuster das Kommando.

Wie können wir diesen Automatismen entkommen?

3. Neugier

Die einzige Möglichkeit ist Neugier. Wer Ziele im Leben hat entwickelt Neugier. Neugier verstärkt die Freude und die Angst und lässt uns diese auch sofort bewusst werden. Neugier fokussiert uns zu Verstandesmäßigem Handeln. Wir erkennen neue Dinge die uns weiter bringen und denken bewusst darüber nach. Dies führt zur Entwicklung unseres Modells von Welt .

Verstand stellt ja die entscheidende Frage „Was wäre wenn“ und denkt sich Alternativen aus. Wer bis ins hohe alter Neues erleben will und sein Gehirn entwickelt braucht Neugier.

Solange man Neugierig ist, ist man jung! Man entdeckt neue Dinge und entwickelt Alternativen. Hierbei entwickelt sich das Modell von Welt und wächst.

Wer raus will aus der Erwartungsfalle braucht Neugier! Und für Neugier muss man ein Ziel im Leben haben.

Deshalb sind Menschen ohne Ziele wie Automaten  berechenbar.

Deshalb bleibe neugierig und verrückt und verfolge Deine Ziele! Das werden die „Automaten“ zwar nicht verstehen aber Dir wird es besser gehen.

 

Dranbleiben – es gibt noch Hoffnung!

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